Pressestimmen

Pressestimmen (Auswahl)

Komponist Nader Mashayekhi und Prof. Irmgard Brockmann im Gespräch
Komponist Nader Mashayekhi und Prof. Irmgard Brockmann im Gespräch (Foto: Philippe Frese)

„Am Mittwoch, den 23. August 2006, war der iranische Komponist und Dirigent des Teheran Symphony Orchestra, Nader Mashayekhi Gast am Institut für Musik der Fachhochschule Osnabrück.
Prof. Irmgard Brockmann (Professorin für Musiktheorie an der FH Osnabrück), die für die inhaltliche Leitung und Durchführung des Forums verantwortlich war, moderierte die Veranstaltung im voll besetzten Vortragssaal des Instituts. Nach der Willkommensrede des Vizepräsidenten und Leiters des Internationalen Büros des Fachhochschule Osnabrück, Prof. Dr. Mayer, erläuterte Mashayekhi auf sehr sympathische Weise dem Publikum seine neue Komposition. […] Beim anschließenden Künstlerforum, bei dem auch eine Klangprobe eines anderen Werkes Mashayekhis gespielt wurde, stellte das Publikum viele Fragen zum Verständnis seiner Kompositionen, aber auch zu kulturellen und geschichtlichen Hintergründen. Es war ein sehr gelungener und herzlicher Abend, der zu mehr Verständnis und Toleranz beitrug. […]

(Moderne persische Komposition verstehen lernen. Komponistenforum an der Fachhochschule Osnabrück. Osnabrücker Sonntagsblatt 3.9.06)

 

„Osnabrück? Alles andere als eine Hochburg der neuen Musik sollte man meinen. Und doch hat sich seit dem Jahr 2001 im Schatten des allgemeinen Kulturbetriebs ein halbjährlich stattfindendes Forum etabliert. Bereits zum achten Mal lud das Konservatorium Osnabrück zum Komponistenforum ein. Mit dieser Veranstaltungsreihe verknüpft die Initiatorin, Fachhochschulprofessorin Irmgard Brockmann, das Anliegen, Studierenden und Interessierten die aktuelle Musik nahe zu bringen. Wer könnte dies besser als der Komponist bzw. die Komponistin selbst? […] Die Konservatorien gelten gemeinhin nicht als Horte der neuen Musik. Da ist zunächst Basisarbeit nötig, müssen Barrieren niedergerissen werden. In unserer Zeit, in der ein fünf Jahre alter Computer als Dinosaurier gelte, könne es nicht angehen, dass ein hundertjähriges Musikstück noch immer als Neue Musik firmiere, bemerkt Irmgard Brockmann in ihrer Einführung. Stephan Froleyks, der Gast des 8. Komponistenforums, kann da nur zustimmen: Manche Komponisten werden lebend geboren und können diesen Zustand auch einige Jahre aufrechterhalten. Mit erfrischend trockenem Humor bot er eine zweistündige Einführung in sein Werk. […]“

(Saitenwanne und Messertisch. Performer-Composer Stephan Froleyks beim 8. Komponistenforum des Konservatoriums Osnabrück. Üben &Musizieren 3/06)

„ So sollte Hochschulmusik sein: Künstlerisch anspruchsvoll und zugleich informativ, sowohl für die aktiv Beteiligten als auch für das Publikum. […] die Aufführung von Ligetis Musica Ricercata für Klavier erlaubte Zuhörerinnen und Zuhörern profunde Einblicke in die Gesetze künstlerischer Produktion, in die Wechselwirkung von Intuition und kompositorischer Fertigkeit, biografischer Motivation und historischer Einflüsse. Und dies dank dem Engagement und der gebündelten Energie verschiedener Gruppierungen: den Studierenden der Klavierklasse und des Analyse-Seminars, dem Bläserquintett und den Sprecherinnen der Analysetexte. […] Die klugen Kommentare zu jedem der elf Stücke der Musica Ricercata, verdeutlicht durch klingende Zitate, ließen die Zuhörerinnen und Zuhörer an Ligetis Denkprozessen teilhaben. […] Belohnt wurde der geballte künstlerische wie pädagogische Einsatz durch reges Publikumsinteresse. … “

(Musica Ricercata – Konzert zum 80. Geburtsjahr von György Ligeti am Konservatorium Osnabrück. Üben und Musizieren 1/04)

 

 „Die Würzburger Hochschule für Musik hat mit dem ersten Band ihrer neu gegründeten Publikationsreihe einen hervorragenden Anfang gemacht, wobei die Wahl eines breiten, nahezu interdisziplinären Forschungsgegenstandes ein Versprechen für die Zukunft sein sollte. Das Werk des allzu früh verstorbenen Bernd Alois Zimmermann […] wird hier Gegenstand zweier Spezialuntersuchungen. […] Die erste Untersuchung, eine überarbeitete Diplomarbeit im Studiengang Musiktheorie, stammt von Irmgard Brockmann und analysiert „Das Prinzip der Zeitdehnung in Tratto, Intercomunicazione, Photoptosis und Stille und Umkehr“. Brockmann stellt in diesen Werken Proportionsanalogien zwischen melodischem und zeitlichem Parameter fest, wobei insbesondere die Schwingungsverhältnisse des Tritonus-Intervalls auch Ereignisdauern und Formstrukturen bestimmen. Wie sie mittels genauer Rechenoperationen hinter die Zimmermannschen Werkstattgeheimnisse blickt und dabei zahlreiche falsche Feststellungen anderer Autoren korrigiert, ist vorbildlich und dokumentiert außerdem das hohe Niveau des Würzburger Studienganges.“

(Zeitphilosophie und Klanggestalt. Untersuchungen zum Werk Bernd Alois Zimmermanns, hrsg. von Hermann Beyer und Siegfried Mauser. Schriften der Hochschule für Musik Würzburg, Mainz 1986, 146 Seiten. Österreichische Musikzeitung 2.3/1988)