Studienprofil KMG (Komposition, Musiktheorie, Gehörbildung)

Komposition, Musiktheorie, Gehörbildung – neues Studienprofil in Osnabrück

Am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück wird im Wintersemester 2011/12 ein neues Studienprofil „Komposition, Musiktheorie, Gehörbildung“ ins Leben gerufen.

Wie bereits der Name andeutet, handelt es sich um ein ausgesprochen integratives Studienprofil mit einem breiten Spektrum von Lehrangeboten.

Die Studierenden können sich für einen der drei im Namen des Profils genannten Schwerpunkte – Komposition, Musiktheorie oder Gehörbildung – entscheiden, belegen aber dabei innerhalb des Profils auch Veranstaltungen mit anderen Schwerpunkten, wodurch eine holistische Musikpersönlichkeit gefördert wird.

 

Neben den traditionellen Disziplinen wie Komponieren, Erstellen von Stilkopien, Analyse, Gehörbildung, Höranalyse und Geschichte der Musiktheorie, wird auch auf spezifische Angebote Wert gelegt. So kommt etwa der Improvisation bei allen drei Schwerpunktrichtungen des Studienprofils eine wichtige Rolle zu. Dadurch soll die musiktheoretische Kompetenz mit der Aufführungspraxis verknüpft und ein auch für die angehenden Musikpädagogen wichtiger Aspekt musikalischer Ausbildung gefördert werden.

 

Im Rahmen der Angebote zu Analyse und Gehörbildung/Höranalyse wird insbesondere auf die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts Wert gelegt. Dies soll nicht nur bei den Studierenden mit Schwerpunkt Komposition, sondern auch bei den Studierenden anderer Profilschwerpunkte das Bewusstsein für die musikalische Gegenwart schaffen und einen kompetenten analytischen, interpretatorischen und pädagogischen Umgang mit aktuellsten Entwicklungen der Musik ermöglichen.

Unterstützt wird dieser Aspekt des Studienprofils durch die bereits traditionellen Osnabrücker „Komponistenforen“ mit führenden Komponisten der Gegenwart. Ein Workshop mit Helmut Lachenmann fand 2009 statt, für das Wintersemester 2011/12 ist ein „Komponistenforum“ mit Youghi Pagh-Paan geplant.

 

Ein innovativer Aspekt des Studienprofils ist auch das Einbeziehen außereuropäischer Musik in das akademische Curriculum: Durch den höranalytischen, musiktheoretischen, musikhistorischen und musikethnologischen Umgang mit außereuropäischer Musik sollen Horizonte eröffnet und das Bewusstsein für die Pluralität musikalischer Kulturen erschaffen werden.

 

Das neue Studienprofil soll Traditionelles und Innovatives, Kunst, Wissenschaft und Pädagogik miteinander verbinden. Für diese Pluralität steht auch die Vielfalt der akademischen Traditionen, denen das Team der Lehrenden entstammt, das aus bundesweit tätigen, profilierten Pädagogen, Komponisten, Musiktheoretikern und Musikwissenschaftlern besteht.

 

Das Profil ermöglicht zurzeit einen Bachelorabschluss, soll aber künftig mit einem Masterstudium ergänzt werden.

 

Kurzportrait

Die künstlerische Ausbildung

Das Studienprofil KMG (Komposition, Gehörbildung, Musiktheorie) am IfM bietet folgende künstlerischen Hauptfächer an:

  • Komposition
  • künstlerischer Tonsatz
  • Musiktheorie
  • künstlerische Gehörbildung

Ziel ist es, MusikpädagogInnen und KomponistInnen auszubilden, die sich an Musikhochschulen, Musikschulen und im freien Beruf sowohl als LehrerInnen für Musiktheorie und Gehörbildung als auch als KompositionspädagogInnen oder InstrumentalpädagogInnen betätigen können.

Hohes künstlerisches Niveau verbindet sich dabei mit pädagogischem Anspruch.

 

Die unterschiedlichen Schwerpunkte der Hauptfachdozenten ermöglichen zudem ein interessantes und breit gefächertes Ausbildungsspektrum, das – ausgehend von den traditionellen Disziplinen Tonsatz, Analyse, Kontrapunkt, Instrumentation, Gehörbildung und Geschichte der Musiktheorie – auch Lehrveranstaltungen in Komposition/Arrangement, Jazztheorie, Neuer Musik, Höranalyse und Musikalischer Rhetorik beinhaltet.

Fahrten zum jährlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH) runden das Lehrangebot ab. Ein Master-Studiengang Kompositionspädagogik am Institut für Musik ist in Planung.

Die pädagogische Ausbildung

Auf die pädagogische Ausbildung wird am Institut für Musik besonderer Wert gelegt: durch die idealen Rahmenbedingungen mit der im selben Haus untergebrachten Musik- und Kunstschule der Stadt Osnabrück können die Studierenden pädagogisch besonders intensiv und praxisnah ausgebildet werden:

die studienintegrierten Praktika finden mit Kindern und Jugendlichen im Bereich Musiktheorie/Gehörbildung in der so genannten „Studienvorbereitenden Ausbildung“ (SVA) der Musikschule statt.

Alle Praktika werden von DozentInnen betreut und in den fachspezifischen und inhaltlich vernetzten Lehrveranstaltungen Hospitationsseminar, Fachdidaktik und Praxisseminar vor- und nachbereitet.

Studierenden der höheren Semester bietet sich auch die Möglichkeit, Praxiserfahrung in Tutorien und Praktika mit studentischen Gruppen zu sammeln. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Ausbildungsprofil hohes künstlerisches Niveau in Kombination mit gut entwickelten unterrichtspraktischen Kompetenzen auch positiv hinsichtlich der Arbeitsmarktchancen zu bewerten ist.

Komponistenforum – Workshops und Konzerte

Regelmäßig werden bekannte Komponistinnen und Komponisten zu Workshops, Vorträgen und Konzerten eingeladen, um im „Komponistenforum“ den Studenten Einblicke in ihre „kompositorische Werkstatt“ zu ermöglichen: anhand von Partitur- und Klangbeispielen erläutern sie kompositionstechnische und ästhetische Fragen, sprechen über ihre Inspirationsquellen und ihren Werdegang, beantworten Fragen und kommen mit den Studierenden ins Gespräch. Die workshopähnlichen Veranstaltungen sollen die Studenten zur Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Komponieren anregen und zu eigener kompositorischer Kreativität inspirieren. In Kooperation mit der Niedersächsischen Gesellschaft für Neue Musik („Musik 21“) werden außerdem Konzerte und Uraufführungen zeitgenössischer Werke durch Komponistengespräche begleitet.

 

Bislang gastierten am IfM im Rahmen des Komponistenforum:

Prof. Violeta Dinescu (Oldenburg), Prof. Bernd Franke (Leipzig), Prof. Dr. Friedhelm Döhl (Lübeck), Anatolijus Šenderovas (Vilnius/Litauen), Claus Kühnl (Frankfurt), Prof. Stephan Froleyks (Münster), Nader Mashayekhi (Teheran/Iran), Prof. Dr. Oliver Korte (Berlin), Silvia Fómina, Helmut Lachemann u. a.

 

Kompetenz im Team

Die Dozentinnen und Dozenten der Studienprofile MTG und MTGK:

  • Irmgard Brockmann (Gehörbildung/Höranalyse, Neue Musik, Werkanalyse, Fachdidaktik, tonsatzpraktisches Klavierspiel)
  • Benjamin Lang (Instrumentation, Komposition und Stilkopie Neue Musik)
  • Ken Pehmöller (Jazztheorie/Jazzgehörbildung)
  • Michael Schmoll (Arrangement, Instrumentation, Improvisation)
  • Peter Witte (Jazztheorie/Jazzgehörbildung/Jazzkomposition)
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